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ChildVision Nepal

Wer sind wir?

Über uns - aus einer Begenung wurde Verantwortung

Ein Blick, den wir nicht mehr vergessen konnten

Zu Weihnachten 2016 besuchten wir erstmals Kinder im Gefängnis von Birgunj im Süden Nepals. Was wir dort sahen, ließ uns nicht mehr los: abgemagerte und verängstigte Kinder, viele von ihnen verlaust, ohne Schuhe und in zerrissener Kleidung. Sie lebten gemeinsam mit ihren inhaftierten Müttern hinter Gefängnismauern – ohne Schutzraum, ohne kindgerechten Alltag und beinahe ohne Aussicht auf eine andere Zukunft.

In ihren Augen fehlte das Leuchten, das wir von Kindern kannten.

Aus dieser Begegnung entstand unsere Arbeit für ChildVision Nepal. Wir konnten nicht alle Probleme dieses Landes lösen. Aber wir konnten beginnen – bei den Kindern, denen kaum jemand eine Chance gab.

Bildung als Schlüssel zur Veränderung

Wir, Brigitte und Heinz Söllinger aus Oberösterreich, kommen beide aus dem Bildungsbereich. Ich war 38 Jahre lang Pädagogin am Gymnasium Dachsberg und zwölf Jahre in Fortbildung, Wissenschaft und Forschung an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich tätig.

Von Beginn an war uns deshalb klar: Nachhaltige Hilfe bedeutet nicht nur, Hunger zu stillen. Kinder brauchen Schutz, verlässliche Bezugspersonen und vor allem Bildung. Sie ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben.

Heute begleitet ChildVision Nepal rund 270 bis 300 Kinder in drei Schulen und drei Hostels in Birgunj. Wir sorgen für Unterricht, warme Mahlzeiten, Kleidung, Schuluniformen, medizinische Betreuung und sichere Unterbringung. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Kinder aus der Dalit-Gemeinschaft und besonders Mädchen, die durch Armut, Ausgrenzung, Kinderheirat oder Mädchenhandel gefährdet sind.

Unsere Einrichtungen tragen die Namen von Blumen. Denn wir möchten Kindern nicht nur beim Überleben helfen. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, zu wachsen und aufzublühen.

Gemeinsam mit unserem nepalesischen Team

Unsere Arbeit wäre ohne Anamika Mishra, unseren Volunteers und unserem engagierten nepalesischem Team nicht möglich. Anamika begleitet ChildVision Nepal seit den ersten Anfängen. Sie kennt die Lebenswirklichkeit der Mädchen und Familien, organisiert unsere Projekte vor Ort und ist für viele Kinder zu einer wichtigen Vertrauensperson geworden.

Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Ausgaben sorgfältig geprüft und Hilfsmaßnahmen direkt vor Ort begleitet. Als kleine Organisation kennen wir unsere Projekte, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und viele unserer Kinder persönlich. Diese Nähe bedeutet für uns nicht nur Verbundenheit, sondern auch Verantwortung.

Wir arbeiten konsequent gegen Korruption. Spenden werden ausschließlich über die offiziellen Konten von ChildVision Nepal abgewickelt und gezielt für unsere Schulen, Hostels und Bildungsprojekte eingesetzt.

Besonders die Mädchen brauchen eine Chance

In Nepal entscheidet das Geschlecht noch immer viel zu oft über den Lebensweg eines Kindes. Mädchen werden früher aus der Schule genommen, müssen im Haushalt arbeiten, werden minderjährig verheiratet oder geraten in ausbeuterische Verhältnisse. Deshalb stehen sie im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Unser Ziel ist nicht, Abhängigkeit zu schaffen. Wir möchten Kindern Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Bildung mitgeben, damit sie eines Tages ihr Leben selbst gestalten können.

Ausgezeichnetes Engagement

Für meine Arbeit für Frauen und Kinder benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Nepal erhielt ich im Jahr 2021 den Eduard-Ploier-Preis für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Oberösterreich.

Im Jahr 2025 wurde ich außerdem als eine der 12 MUTmacherinnen ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt Frauen, die Verantwortung übernehmen, neue Wege gehen und mit ihrem Engagement anderen Menschen Mut machen.

Beide Auszeichnungen verstehen ich nicht nur als persönliche Anerkennung, sondern als Wertschätzung für unser gesamtes Team in Österreich und Nepal – und für alle Menschen, die unsere Arbeit seit Jahren unterstützen.

Was uns bis heute antreibt

Wir können die Vergangenheit unserer Kinder nicht verändern. Wir können erlittenes Unrecht nicht ungeschehen machen und Armut nicht mit einem einzigen Projekt überwinden.

Aber wir können einem Kind Sicherheit geben.
Wir können einem Mädchen den Schulbesuch ermöglichen.
Wir können zuhören, begleiten und neue Wege eröffnen.

Und manchmal beginnt eine große Veränderung genau damit: dass ein Kind zum ersten Mal spürt, dass jemand an es glaubt.

Brigitte und Heinz Söllinger
Gründer von ChildVision Nepal

 

 

Empfang des Eduard Ploier Preises
Unterwegs im Lepradorf
Eröffnung der Lepraschule
Patin eines neugeborenen Mädchens
Unterwegs im Slum
Unsere Schülerin in der Slumschule
Einladung zum Essen
Unsere Direktorin Anamika

Anamika Mishra…

meine rechte Hand vor Ort und die wichtigste Person, ohne die es ChildVision Nepal nicht geben würde. Sie ist zuständig für die Logistik und die Organisation in all unseren fünf Projekten.

Anamika  ist die Direktorin aller drei Schulen und zweite Mama aller Kinder in unseren zwei Heimen. Mit einem Satz beschrieben:  Sie ist eine nepalesische Powerfrau und mittlerweile das Vorbild unserer Mädchen und Mütter.

Sie wurde mit 13 Jahren von Indien nach Nepal verheiratet. Dort bekam sie mit 14 Jahren ihr erstes Kind. Das zweite folgte zwei Jahre später. Selbst noch nicht erwachsen, stand Anamika mit zwei Kindern in einer fremden Kultur. Doch als eine Kämpfernatur war es ihr nicht genug, Mutter und Hausfrau zu sein. Sie wurde Lehrerin der Samata Prisonschool und traf dort 2015 auf Brigitte. Ein zufälliges Treffen, aus dem eine tiefe Freundschaft und ein gemeinsames erstes Projekt entstand: Mädchen und Frauen vor Verkauf, Zwangsheirat und Vergewaltigung zu schützen und ihnen durch Bildung eine lebenswerte Zukunft zu bieten. Weitere vier Projekte folgten step by step.

Die Leitgedanken von Anamika und uns sind: 

„OUR GIRLS‘ SILENT REVOLUTION“ oder
„Die stille Revolution unserer
Mädchen durch Bildung“
.

Unser Team in Birgunj mit allen Lehrerinnen