Ein Kind, ein Stift, ein Buch und eine Lehrkraft können die Welt verändern.“ (Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin)
Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung erschweren vielen Kindern in Nepal den Zugang zu Bildung. Besonders Mädchen aus Dalit-Gemeinschaften sind benachteiligt und gefährdet, Kinderarbeit, früher Verheiratung oder Ausbeutung ausgesetzt zu werden.
Ein Kind kehrt nicht nach Hause zurück. Eine Tochter wird vermisst. Für Familien beginnt eine Zeit voller Angst und Ungewissheit. Im nepalesischen Berichtsjahr 2024/25 wurden 23.621 Menschen als vermisst gemeldet – darunter 7.232 Kinder und 10.694 Frauen. Nicht jeder Fall ist Menschenhandel. Dennoch sind Ausbeutung und Menschenhandel eine ernste Gefahr. Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und fehlende Bildung machen besonders Mädchen verletzlich.
Hier setzt ChildVision Nepal an: Gemeinsam mit unserem nepalesischen Team ermöglichen wir Kindern aus benachteiligten Familien Bildung, Versorgung und persönliche Begleitung. Besonders Mädchen aus Dalit-Gemeinschaften möchten wir stärken, damit sie ihre Fähigkeiten entfalten und ihre Zukunft selbst mitgestalten können.
Mit Bildung, Versorgung und persönlicher Begleitung möchten wir ihnen Möglichkeiten eröffnen, ihre Zukunft selbst mitzugestalten.
Zu Weihnachten 2016 besuchten wir zum ersten Mal die Kinder im Gefängnis von Birgunj. Die Schule war lieblos. Die Kinder waren abgemagert, verlaust und verängstigt. Sie trugen zerrissene Kleidung und hatten keine Schuhe. In ihren Augen fehlte das Leuchten, das ich von Kindern kannte.
Diesen Blick konnte ich nicht vergessen. Als Mutter, Soziologin und Pädagogin ahnte ich, wo man beginnen konnte: Bildung war der Schlüssel zur Hilfe.
Aus diesem ersten Besuch entstand ChildVision Nepal. Seit rund zehn Jahren arbeiten wir gemeinsam mit Anamika und unserem nepalesischen Team daran, Kindern einen verlässlichen Ort zum Lernen und Leben zu geben.
Heute besuchen 270 bis 300 Kinder unsere drei Schulen in Birgunj. Rund 40 Kinder leben in unseren drei Hostels. Unterricht, Mahlzeiten, Kleidung und notwendige medizinische Unterstützung gehören zu unserer Arbeit. Die ehemalige Gefängnisschule hat als Rose School im Rosina Hostel einen neuen Platz gefunden.
Besonders am Herzen liegen uns die Mädchen. In unserer Lotus School im Slum lernen ausschließlich Mädchen, deren Bildungsweg wir weiter begleiten möchten – bis zum College und, wenn ihre Entwicklung es ermöglicht, bis an die Universität. Im Yasmin Hostel bereiten wir einen weiteren Weg vor: ein Zentrum für berufliche Ausbildung.
„Gib den Kindern eine Angel – nicht einen Fisch.“
Bildung ist für uns diese Angel. Zusammen mit verlässlicher Versorgung und Begleitung schafft sie eine Grundlage, auf der Kinder langfristig aufbauen können.
In meinem Buch „Die kleinen Hände der Hoffnung“ erzähle ich von diesen Begegnungen und vom Aufbau unserer Arbeit: von Hoffnung, Widerständen und den Menschen, die ChildVision Nepal tragen.
Lernen Sie unsere Kinder, unser Team und unsere Projekte kennen. Vielleicht wird auch für Sie aus einer Begegnung der Wunsch, etwas zu bewegen.
Brigitte Söllinger · Obfrau von ChildVision Nepal