2025 hat uns viel abverlangt. Doch zwischen politischen Unruhen, der Schließung unserer Gefängnisschule und der täglichen Sorge um unsere Kinder gab es auch Momente großer Freude: renovierte Klassenräume, engagierte Volunteers und zehn Mädchen, die ein College besuchen.
Diese Fortschritte zeigen uns, weshalb wir weitermachen – auch wenn sich unsere Pläne manchmal innerhalb weniger Tage ändern müssen.
Die schweren Unruhen in Nepal im September 2025 trafen auch unsere Arbeit in Birgunj. Unsere Gefängnisschule wurde geschlossen. Für rund 70 Kinder fiel damit von einem Tag auf den anderen ihr vertrauter Lernort weg.
Gemeinsam mit unserem nepalesischen Team organisierten wir den Transport mit Rikschas in unsere Slumschule. Dort unterrichteten wir die Kinder weiter. Plötzlich mussten rund 140 Kinder in den vorhandenen Klassen Platz finden. Für unsere Lehrerinnen bedeutete das eine enorme zusätzliche Aufgabe.
Dass der Unterricht dennoch weitergehen konnte, verdanken wir ihrem Einsatz, der Organisation unseres Teams und der Bereitschaft aller, in dieser schwierigen Situation zusammenzuhalten.
Bereits im Frühjahr hatten wir unsere Slumschule umfassend renoviert. Der Monsun hatte das Gebäude in den vergangenen Jahren stark beschädigt.
Die erneuerten Räume verbesserten die Lernbedingungen und wurden wenige Monate später besonders wichtig: Nun mussten sie auch die Kinder unserer geschlossenen Gefängnisschule aufnehmen.
Für uns sind gepflegte Klassenräume mehr als eine bauliche Investition. Sie zeigen den Kindern: Ihr seid willkommen. Euer Lernen ist wichtig.
Nach den Unruhen blieb unserem Team der Zugang zur Gefängnisschule zunächst verwehrt. Nach unseren Erkenntnissen waren die Räume zweckentfremdet worden; zudem erhielten wir Hinweise auf schwere Gewalt gegen inhaftierte Frauen. Schulmaterial war zerstört worden.
Wir bemühten uns darum, die Räume wieder zugänglich zu machen und unsere Bildungsarbeit fortzusetzen. Schließlich mussten wir die Schule jedoch räumen.
Damit begann die Suche nach einem neuen Standort. Unser Auftrag blieb derselbe: Die Kinder sollten weiterhin Unterricht, Versorgung und verlässliche Begleitung erhalten.
Ein besonderer Grund zur Freude war der Bildungsweg unserer älteren Mädchen: Zehn von ihnen besuchten 2025 bereits ein Privatcollege.
Für Mädchen, die im Slum aufgewachsen sind, ist dieser Schritt keineswegs selbstverständlich. Hinter ihm stehen Ausdauer, Lernbereitschaft und viele Jahre der Unterstützung.
Wir sind stolz auf unsere Mädchen. Sie entwickeln eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft und machen zugleich anderen Mut, an ihren Möglichkeiten festzuhalten.
Unsere Volunteers brachten auch 2025 Zeit, Fähigkeiten und viel Herzlichkeit ein. Kathi und Simon unterstützten uns im Frühjahr; auch Juliane und Vitus begleiteten unsere Kinder mit großem Engagement.
Vor allem aber danken wir Anamika und unserem nepalesischen Team. Sie tragen die tägliche Verantwortung, organisieren Unterricht und Betreuung und finden auch dann Lösungen, wenn die Umstände schwierig werden.
Unsere Arbeit lebt von Menschen, die sie mittragen: mit Spenden, regelmäßiger Unterstützung, persönlichem Einsatz und Interesse am Leben unserer Kinder.
Sie helfen uns, auch in unsicheren Zeiten verlässlich zu bleiben. Dafür danken wir Ihnen von Herzen.
Brigitte und Heinz Söllinger
für ChildVision Nepal